Gregorianik

@St. Andreas

Psalmodie und gregorianisches Singen

Schon lange wird an St. Andreas gregorianisch gesungen, sagen wir besser: gregorianisch meditiert. Denn Gregorianik ist vor allem gemeinsame Meditation eines Textes mit Leib und Geist. Es ist die ursprüngliche Meditationsweise im Christentum.

Wir singen die Psalmodie, also den Text eines Psalms aus dem Alten Testament mit einer einfachen und flüssigen Melodieformel, die sich an Text und Sinn anschmiegt und ihn trägt. Wechsel- und Antwortgesänge im Stundengebet oder des Gottesdienst machen erfahrbar: singen und glauben kann man am besten im Austausch und nicht allein.

Es geht immer um Wort und Antwort, Geben und Entspannen.

Wir singen gregorianisch in den Morgengebeten und in gelegentlichen Nachtgebeten und in den Gottesdiensten. Immer mal wieder gibt es Workshops zur Einführung. Auch Unerfahrene können jederzeit dazukommen, wir werden uns immer wieder miteinander in die gregorianische Meditation hineinsingen.

Pastor Dr. Kord Schoeler

Über Gregorianik

Das Graduale Triplex

Für das gemeinschaftliche Psalmensingen im Chorgebet entwickelte sich etwa ab dem 8. Jahrhundert eine besondere Vortragstechnik als typische „abendländische liturgische Meditationsform“, das antiphonale (wechselchörige) Singen. Eine Vorsängergruppe und der übrige (Mönchs-)Chor oder auch die auf der rechten und der linken Seite des Chorgestühls sitzenden Mönche singen die Psalmverse abwechselnd. Nach dem Asteriscus in jedem Psalmvers wird eine Pause eingelegt, die Sänger atmen aus und setzen kurz ab; die zweite Hälfte des Verses wird mit neuem Atem gesungen. Nach deren Ende übernimmt die andere Sängergruppe ohne jede Pause und singt den nächsten Vers. Am Schluss des Psalms wird die Antiphon von allen wiederholt.

Das Graduale Triplex entstand aus dem Bedürfnis nach einer möglichst präzisen rhythmischen Notierung des gregorianischen Chorals. Es ist die Erkenntnis der gregorianischen Semiologie der letzten Jahrzehnte, dass die älteren Neumenschriften die Rhythmik der Stücke präziser wiedergeben, als die jüngere, seit dem 12. Jahrhundert übliche Quadratnotation, die ihrerseits den melodischen Verlauf genauer beschreibt. Versuche, eine neue Notenschrift für gregorianischen Gesang zu entwickeln, die beide Aspekte perfekt wiedergibt, führen erst langsam zu befriedigenden Ergebnissen, so dass die Doppelnotation (also die Wiedergabe beider Notenschriften) derzeit noch die optimale schriftliche Wiedergabe der Choralmelodien darstellt.

Ein erster Ansatz hierzu war das 1966 erschienene Graduel neumé, das auf dem Graduale Romanum in der Ausgabe von 1908 beruht. Es stellt eine teilweise photomechanische Reproduktion des Handexemplars von Dom Eugène Cardine (1905–1988) dar und enthält dessen handschriftliche Eintragungen der St. Galler Neumen zu vielen Chorälen.

Das Graduale Triplex ist eine vollständige photomechanische Reproduktion auf der Grundlage des 1974 erschienenen Graduale Romanum, das die Choräle in Quadratnotation wiedergibt. In dieses Graduale wurden zusätzlich – soweit möglich – die Choralmelodien in zwei verschiedenen Neumenschriften eingetragen, so dass nun die meisten Melodien in dreifacher Notation erscheinen (daher die Bezeichnung triplex, ‚dreifach‘).

Quelle: Wikipedia

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